Aktien gelten vielen als kompliziert oder gefährlich, dabei ist das Grundprinzip erstaunlich einfach. Wer eine Aktie besitzt, besitzt ein Stück eines Unternehmens. Über lange Zeiträume gehören Aktien zu den ertragreichsten Anlageformen überhaupt, bringen aber auch Schwankungen mit sich. Wir erklären, was hinter Aktien steckt und wie man als Einsteiger vernünftig damit umgeht.
Was eine Aktie ist
Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Große Firmen sind oft in viele Millionen kleine Anteile aufgeteilt, und jeder dieser Anteile ist eine Aktie. Wer eine Aktie kauft, erwirbt damit einen winzigen Teil des Unternehmens und wird Miteigentümer, mit allen Chancen und Risiken, die das mit sich bringt.
Als Miteigentümer ist man am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Läuft das Geschäft gut und steigt der Wert der Firma, steigt in der Regel auch der Wert der Aktie. Läuft es schlecht, sinkt er. Man teilt also das wirtschaftliche Schicksal des Unternehmens, anders als bei einer Anleihe, bei der man dem Unternehmen nur Geld leiht.
Unternehmen geben Aktien aus, um sich Geld zu beschaffen, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen. Statt Schulden bei einer Bank zu machen, holen sie sich Kapital von vielen Anlegern, die im Gegenzug Anteile bekommen. Für die Firma ist das eine Möglichkeit, Wachstum zu finanzieren, für die Anleger eine Chance, sich an erfolgreichen Unternehmen zu beteiligen. Aktien sind damit eine zentrale Form der Investition.
Wie man Geld verdient
Mit Aktien lässt sich auf zwei Wegen Geld verdienen. Der erste ist der Kursgewinn. Steigt der Wert einer Aktie über die Zeit, kann man sie teurer verkaufen, als man sie gekauft hat, und die Differenz ist der Gewinn. Wer etwa eine Aktie für 50 Euro kauft und später für 70 Euro verkauft, hat 20 Euro Kursgewinn gemacht.
Der zweite Weg ist die Dividende. Viele Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns regelmäßig an ihre Aktionäre aus. Diese Ausschüttung nennt man Dividende. Sie ist eine Art Beteiligung am laufenden Gewinn und fließt, solange man die Aktie hält, unabhängig davon, ob man sie verkauft oder nicht. Mehr dazu im Beitrag über die Dividende.
Beide Wege zusammen ergeben die Gesamtrendite einer Aktie. Wichtig ist aber: Weder Kursgewinne noch Dividenden sind garantiert. Eine Aktie kann auch fallen, und ein Unternehmen kann seine Dividende kürzen oder ganz streichen, wenn es schlecht läuft. Der mögliche Ertrag ist also immer mit Unsicherheit verbunden, ganz nach dem Grundsatz, dass Rendite und Risiko zusammenhängen.
Warum Kurse schwanken
Der Preis einer Aktie, ihr Kurs, wird an der Börse durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Wollen viele eine bestimmte Aktie kaufen, steigt ihr Kurs. Wollen viele verkaufen, fällt er. Dahinter stehen die Erwartungen der Anleger darüber, wie sich das Unternehmen in Zukunft entwickeln wird.
Diese Erwartungen ändern sich ständig, und deshalb schwanken die Kurse. Gute Nachrichten über ein Unternehmen, etwa steigende Gewinne oder ein erfolgreiches neues Produkt, lassen den Kurs oft steigen. Schlechte Nachrichten lassen ihn fallen. Auch allgemeine Stimmungen, wirtschaftliche Entwicklungen oder das Zinsniveau beeinflussen die Kurse, manchmal stärker als die Lage des einzelnen Unternehmens.
Für Anleger ist wichtig zu verstehen, dass diese Schwankungen normal sind. Kurzfristig können Kurse stark und scheinbar unvorhersehbar schwanken, getrieben von Nachrichten und Emotionen. Langfristig spiegeln sie aber eher die tatsächliche Entwicklung der Unternehmen wider. Wer das versteht, lässt sich von kurzfristigen Ausschlägen weniger nervös machen und kann ruhiger anlegen.
Wichtig zu wissen: Kursschwankungen sind beim Anlegen in Aktien völlig normal. Kurzfristig können Kurse stark schwanken. Wer langfristig und breit gestreut investiert, muss diese Schwankungen nicht fürchten, sondern kann sie aussitzen.
Das Risiko und wie man es senkt
Das größte Risiko bei einer einzelnen Aktie ist, dass das Unternehmen in Schwierigkeiten gerät oder sogar pleitegeht. Im schlimmsten Fall wird die Aktie wertlos, und das eingesetzte Geld ist verloren. Wer sein gesamtes Vermögen in eine einzige Aktie steckt, geht deshalb ein hohes Risiko ein, weil er völlig vom Schicksal dieses einen Unternehmens abhängt.
Das wirksamste Mittel gegen dieses Risiko ist die Streuung. Wer sein Geld auf viele verschiedene Aktien aus verschiedenen Branchen und Ländern verteilt, ist nicht mehr von einem einzelnen Unternehmen abhängig. Geht eine Firma unter, fällt das im Gesamtbild kaum ins Gewicht, weil die anderen es ausgleichen. Diesen Grundsatz erklären wir ausführlich im Beitrag über Investition.
Besonders einfach lässt sich diese Streuung mit einem Indexfonds erreichen, der auf einen Schlag in Hunderte oder Tausende Aktien investiert. Damit kauft man nicht das Risiko einer einzelnen Aktie, sondern beteiligt sich an einem ganzen Markt. Wie das funktioniert, lesen Sie im Beitrag über ETF und Indexfonds. Für die meisten Anleger ist das der sinnvollste Weg, in Aktien zu investieren.
Wie man Aktien kauft
Um Aktien zu kaufen, braucht man ein Wertpapierdepot. Das ist eine Art Konto speziell für Wertpapiere, das man bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnet. Über dieses Depot kann man dann Aktien kaufen und verkaufen, ihre Entwicklung verfolgen und Dividenden empfangen.
Beim Kauf gibt man an, welche Aktie man in welcher Menge erwerben möchte, und die Order wird an der Börse ausgeführt. Dabei fallen je nach Anbieter Gebühren an, die man im Blick behalten sollte, denn hohe Kosten schmälern die Rendite. Inzwischen gibt es viele günstige Anbieter, bei denen der Handel nur wenig oder gar nichts kostet.
Wer regelmäßig anlegen will, kann auch einen Sparplan einrichten. Dabei wird automatisch in festen Abständen, etwa monatlich, ein bestimmter Betrag in eine Aktie oder einen Fonds investiert. Das hat den Vorteil, dass man diszipliniert und gleichmäßig anlegt, ohne den richtigen Zeitpunkt finden zu müssen. Gerade für Einsteiger ist ein Sparplan auf einen breit gestreuten Fonds oft der einfachste und sinnvollste Einstieg.
Tipps für Einsteiger
Für den Einstieg in Aktien gelten ein paar bewährte Grundsätze. Erstens: Legen Sie nur Geld an, das Sie längere Zeit nicht brauchen. Aktien sind nichts für kurzfristige Ziele, weil die Kurse zwischendurch fallen können. Bevor man investiert, sollte ein Notgroschen vorhanden sein, wie im Beitrag über Rücklagen beschrieben.
Zweitens: Streuen Sie breit und setzen Sie nicht alles auf einzelne Aktien. Für die meisten Einsteiger ist ein breit gestreuter Indexfonds die bessere Wahl als der Versuch, einzelne Gewinneraktien herauszupicken. Drittens: Denken Sie langfristig und lassen Sie sich von Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen. Wer bei jedem Kursrückgang panisch verkauft, macht Verluste oft erst real.
Vor allem aber gilt: Fangen Sie an und bleiben Sie dabei. Der größte Fehler ist oft, aus Angst gar nicht zu investieren und das Geld der Inflation zu überlassen. Mit einem soliden Grundverständnis, einem langen Atem und einer breiten Streuung kann fast jeder über die Jahre vom Aktienmarkt profitieren. Es geht nicht um schnelle Gewinne, sondern um stetigen Vermögensaufbau mit Geduld und Verstand.
Häufige Fragen
Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wer eine Aktie kauft, wird Miteigentümer und ist am Erfolg und Misserfolg der Firma beteiligt. Aktien werden an der Börse gehandelt, ihr Kurs schwankt mit Angebot und Nachfrage.
Auf zwei Wegen: durch Kurssteigerungen, wenn die Aktie mehr wert wird, und durch Dividenden, also Gewinnausschüttungen des Unternehmens. Beides ist nicht garantiert und hängt von der Entwicklung der Firma ab.
Einzelne Aktien können stark schwanken und im schlimmsten Fall wertlos werden. Das Risiko sinkt deutlich, wenn man breit über viele Aktien streut und langfristig anlegt, statt auf einzelne Werte zu setzen. Ein Indexfonds ist dafür ein einfacher Weg.
Man braucht ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Darüber kann man Aktien kaufen und verkaufen. Wer regelmäßig anlegen möchte, kann einen Sparplan einrichten, der automatisch in festen Abständen einen Betrag investiert.