Viele Menschen lassen ihr Geld einfach auf dem Konto liegen, weil ihnen das Thema Anlegen zu kompliziert oder zu riskant erscheint. Dabei verliert ungenutztes Geld durch die Inflation Jahr für Jahr an Wert. Eine durchdachte Investition kann das verhindern und das Vermögen sogar wachsen lassen. Was dahintersteckt und wie man vernünftig anfängt, schauen wir uns Schritt für Schritt an.
Was eine Investition ist
Eine Investition ist im Kern der Einsatz von Geld mit dem Ziel, daraus später mehr zu machen. Statt das Geld auszugeben oder es unverzinst liegen zu lassen, legt man es so an, dass es einen Ertrag bringt, etwa in Form von Zinsen, Dividenden oder einem Wertzuwachs. Man verzichtet also heute auf einen Teil seines Geldes, um morgen einen größeren Betrag zu haben.
Dieser Verzicht auf Konsum in der Gegenwart ist der entscheidende Gedanke. Wer 1.000 Euro für ein neues Smartphone ausgibt, hat das Geld konsumiert. Wer dieselben 1.000 Euro anlegt, hofft, in einigen Jahren mehr als 1.000 Euro zurückzubekommen. Genau dieser Mechanismus, dass Geld über die Zeit für einen arbeitet, steht hinter jedem Vermögensaufbau.
Warum das nötig ist, zeigt ein Blick auf die Geldentwertung. Durch die Inflation verliert Geld, das nur herumliegt, ständig an Kaufkraft. Eine Investition soll diesen Verlust zumindest ausgleichen und im Idealfall darüber hinaus eine echte Wertsteigerung bringen. Wie Geld über die Zeit wächst, hängt eng mit dem Zinsmechanismus zusammen, den wir im Beitrag über Zinsen erklären.
Welche Arten es gibt
Investitionen gibt es in vielen Formen, die sich in Chance, Risiko und Aufwand stark unterscheiden. Die bekannteste Form für Privatanleger sind Wertpapiere. Dazu zählen Aktien, mit denen man Anteile an Unternehmen erwirbt, sowie Anleihen, bei denen man einem Staat oder Unternehmen Geld leiht und dafür Zinsen erhält. Sehr verbreitet sind auch Fonds und besonders Indexfonds, die das Geld breit über viele Wertpapiere streuen.
Daneben gibt es Sachwerte wie Immobilien, Edelmetalle oder andere physische Güter, die ihren Wert behalten oder steigern sollen. Auch das gute alte Sparbuch oder das Tagesgeldkonto ist im weiteren Sinn eine Anlage, allerdings eine sehr sichere mit entsprechend geringem Ertrag. Am anderen Ende der Skala stehen hochspekulative Anlagen mit großen Chancen, aber auch hohem Verlustrisiko, etwa bestimmte Derivate oder Beteiligungen an jungen Unternehmen.
Welche Form die richtige ist, hängt von den eigenen Zielen, dem Zeithorizont und der Risikobereitschaft ab. Es gibt nicht die eine beste Investition, sondern nur die, die zur eigenen Situation passt. Wer sein Geld in wenigen Jahren braucht, sollte anders anlegen als jemand, der für die Rente in 30 Jahren vorsorgt.
Rendite und Risiko
Zwei Begriffe muss jeder verstehen, der investieren will: Rendite und Risiko. Die Rendite ist der Ertrag, den eine Anlage abwirft, meist in Prozent pro Jahr ausgedrückt. Das Risiko beschreibt die Gefahr, dass die Anlage weniger einbringt als erhofft oder sogar an Wert verliert.
Der wichtigste Zusammenhang dabei ist einfach, aber zentral: Rendite und Risiko hängen zusammen. Wer eine hohe Rendite anstrebt, muss in der Regel ein höheres Risiko in Kauf nehmen. Sichere Anlagen wie Tagesgeld werfen wenig ab, dafür ist das Geld kaum in Gefahr. Chancenreiche Anlagen wie Aktien können langfristig deutlich mehr bringen, schwanken aber stark und können zwischenzeitlich kräftig fallen.
Wer also jemandem begegnet, der hohe Renditen bei null Risiko verspricht, sollte sehr vorsichtig sein. Eine solche Kombination gibt es seriös nicht. Diese Erkenntnis schützt vor vielen unseriösen Angeboten. Es gibt kein kostenloses Mittagessen am Kapitalmarkt, hohe Chancen sind immer mit höheren Risiken erkauft.
Wichtig zu wissen: Rendite und Risiko gehören zusammen. Wer hohe Erträge ohne jedes Risiko verspricht, ist mit großer Wahrscheinlichkeit unseriös. Seriöse hohe Renditechancen bedeuten immer auch ein höheres Verlustrisiko.
Warum Streuung so wichtig ist
Eine der wichtigsten Regeln beim Investieren lautet, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Wer sein gesamtes Geld in eine einzige Aktie steckt, ist vollständig vom Schicksal dieses einen Unternehmens abhängig. Geht es pleite, ist das Geld weg. Verteilt man das Geld dagegen auf viele verschiedene Anlagen, gleichen sich Verluste einzelner Positionen durch Gewinne anderer aus.
Diese Verteilung nennt man Streuung oder Diversifikation. Sie ist das wirksamste Mittel, um das Risiko zu senken, ohne auf Rendite verzichten zu müssen. Genau deshalb sind breit gestreute Indexfonds bei vielen Anlegern beliebt: Mit einem einzigen Produkt investiert man auf einen Schlag in Hunderte oder Tausende Unternehmen weltweit und ist damit nicht vom Einzelschicksal abhängig.
Streuung kann sich auf verschiedene Ebenen beziehen: auf einzelne Unternehmen, auf Branchen, auf Länder und auf verschiedene Anlageklassen. Je breiter man streut, desto stabiler entwickelt sich das Vermögen insgesamt. Der Preis dafür ist, dass man keine extremen Gewinne mit einer einzelnen Anlage macht, aber dafür auch keine existenzbedrohenden Verluste riskiert.
Die Rolle der Zeit
Ein oft unterschätzter Faktor beim Investieren ist die Zeit. Je länger das Geld angelegt bleibt, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt, bei dem nicht nur das eingesetzte Geld Erträge bringt, sondern auch die bereits erzielten Erträge selbst wieder Erträge erwirtschaften. Über viele Jahre kann daraus ein erhebliches Wachstum entstehen.
Die Zeit hilft auch dabei, Schwankungen auszusitzen. Wer breit gestreut und langfristig anlegt, muss kurzfristige Kursrückgänge nicht fürchten, weil sich die Märkte historisch über lange Zeiträume meist erholt und weiterentwickelt haben. Wer dagegen kurzfristig anlegt, läuft Gefahr, ausgerechnet in einer schwachen Phase verkaufen zu müssen.
Deshalb gilt: Geld, das man bald braucht, gehört nicht in schwankungsanfällige Anlagen. Für kurzfristige Ziele eignen sich sichere Formen, für langfristige Ziele kann man mehr Risiko und damit mehr Renditechance eingehen. Bevor man überhaupt investiert, sollte zudem eine Reserve für Notfälle vorhanden sein, mehr dazu im Beitrag über Rücklagen.
Worauf Anfänger achten sollten
Wer neu einsteigt, sollte in einer sinnvollen Reihenfolge vorgehen. Zuerst kommt der Notgroschen, also eine Reserve von einigen Monatsausgaben auf einem jederzeit verfügbaren Konto. Erst wenn dieses Polster steht und teure Schulden abgebaut sind, ergibt es Sinn, ernsthaft zu investieren. Wer auf Liquidität achtet, gerät nicht in die Lage, Anlagen zur Unzeit verkaufen zu müssen.
Beim Anlegen selbst gelten ein paar Grundregeln. Verstehen Sie, was Sie kaufen, und investieren Sie nicht in Dinge, die Sie nicht durchschauen. Achten Sie auf niedrige Kosten, denn hohe Gebühren fressen über die Jahre einen großen Teil der Rendite auf. Streuen Sie breit, denken Sie langfristig und lassen Sie sich nicht von kurzfristigen Schwankungen oder Panik in den Medien zu hektischen Entscheidungen verleiten.
Vor allem aber: Fangen Sie überhaupt an. Viele zögern jahrelang, weil sie auf den perfekten Zeitpunkt warten oder Angst vor Fehlern haben. Dabei ist der größte Fehler oft, gar nicht zu investieren und das Geld der Inflation zu überlassen. Mit einem soliden Grundwissen, einem klaren Plan und Geduld kann fast jeder über die Zeit ein Vermögen aufbauen. Es geht nicht darum, schnell reich zu werden, sondern stetig und mit Verstand das eigene Geld für sich arbeiten zu lassen.
Häufige Fragen
Eine Investition ist der Einsatz von Geld mit dem Ziel, daraus später einen Ertrag oder einen Wertzuwachs zu erzielen. Statt das Geld auszugeben oder ungenutzt liegen zu lassen, legt man es so an, dass es für einen arbeitet und im besten Fall die Inflation übertrifft.
Je höher die mögliche Rendite, desto höher ist in der Regel auch das Risiko. Sichere Anlagen werfen meist wenig ab, während chancenreiche Anlagen größere Schwankungen und mögliche Verluste mit sich bringen. Hohe Rendite ohne Risiko gibt es seriös nicht.
Anfänger sollten zuerst einen Notgroschen aufbauen, dann teure Schulden abbauen und erst danach breit gestreut anlegen. Wichtig sind ein langer Zeithorizont, niedrige Kosten und das Verständnis dafür, was man kauft.
Durch das Verteilen des Geldes auf viele verschiedene Anlagen gleichen sich Verluste einzelner Positionen durch Gewinne anderer aus. Diese Streuung senkt das Risiko erheblich, ohne dass man auf Rendite verzichten muss, und schützt vor dem Totalverlust durch ein einzelnes Schicksal.