Über den eigenen Tod denkt niemand gern nach. Doch wer Verantwortung für andere trägt, sollte sich die Frage stellen, was finanziell passiert, wenn das eigene Einkommen plötzlich wegfällt. Genau hier setzt die Risiko-Lebensversicherung an. Sie ist eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt und zugleich erstaunlich günstig. Wir erklären, was dahintersteckt.

Was sie ist

Eine Risiko-Lebensversicherung ist eine reine Todesfallabsicherung. Sie zahlt eine vorher vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen, wenn die versicherte Person während der Laufzeit des Vertrags stirbt. Stirbt die Person nicht, läuft der Vertrag am Ende einfach aus, und es wird nichts ausgezahlt.

Der Zweck ist klar umrissen: Sie soll die finanzielle Lücke schließen, die entsteht, wenn ein Einkommen wegfällt, von dem andere Menschen abhängen. Die Versicherungssumme gibt den Hinterbliebenen die Möglichkeit, laufende Kosten zu decken, Kredite abzulösen oder schlicht Zeit zu gewinnen, ohne sofort in finanzielle Not zu geraten.

Wichtig ist das Wort Risiko im Namen. Es bedeutet, dass die Versicherung allein das Risiko des Todes absichert und keinerlei Sparanteil enthält. Man zahlt also nicht in einen Topf ein, der sich anspart, sondern bezahlt nur für den Schutz. Genau das macht sie günstig, unterscheidet sie aber grundlegend von anderen Lebensversicherungen, dazu gleich mehr.

Wie sie funktioniert

Der Vertrag ist im Kern einfach. Man legt drei Dinge fest: die versicherte Person, die Versicherungssumme und die Laufzeit. Während der gesamten Laufzeit zahlt man regelmäßig einen Beitrag, meist monatlich oder jährlich. Tritt der Todesfall ein, zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe an die begünstigte Person aus, in der Regel den Partner oder die Kinder.

Die Laufzeit wählt man so, dass sie die Phase abdeckt, in der die Absicherung gebraucht wird. Oft ist das die Zeit, bis die Kinder erwachsen und finanziell selbstständig sind, oder bis ein Immobilienkredit abbezahlt ist. Danach besteht der Bedarf häufig nicht mehr, weil die Hinterbliebenen dann nicht mehr auf das Einkommen angewiesen sind.

Wie hoch der Beitrag ist, hängt von mehreren Faktoren ab: von der Versicherungssumme, der Laufzeit, dem Alter und Gesundheitszustand der versicherten Person und davon, ob sie raucht. Je jünger und gesünder jemand bei Vertragsabschluss ist, desto günstiger ist der Schutz. Deshalb lohnt es sich, einen solchen Vertrag eher früher als später abzuschließen, wenn der Bedarf besteht.

Risiko gegen Kapital

Ein häufiges Missverständnis betrifft den Unterschied zwischen einer Risiko-Lebensversicherung und einer Kapitallebensversicherung. Beide klingen ähnlich, sind aber grundverschieden. Die Risiko-Lebensversicherung sichert nur den Todesfall ab und zahlt nur dann, wenn die versicherte Person stirbt. Sie ist reiner Schutz, ohne Sparanteil.

Die Kapitallebensversicherung dagegen verbindet die Todesfallabsicherung mit einem Sparvorgang. Man zahlt höhere Beiträge, von denen ein Teil angespart und verzinst wird, sodass am Ende der Laufzeit ein Guthaben ausgezahlt wird, auch wenn man nicht stirbt. Das klingt zunächst attraktiver, ist aber meist deutlich teurer und in der Regel keine gute Geldanlage.

Fachleute raten häufig dazu, Versicherung und Geldanlage zu trennen. Das bedeutet: eine günstige Risiko-Lebensversicherung für den Schutz abschließen und das Geld, das man sonst in den teuren Sparanteil einer Kapitalversicherung stecken würde, lieber separat und kostengünstig anlegen, etwa wie im Beitrag über ETF und Indexfonds beschrieben. So bekommt man beides oft besser und günstiger als in einem kombinierten Produkt.

Wichtig zu wissen: Eine Risiko-Lebensversicherung baut kein Guthaben auf. Sie zahlt nur, wenn die versicherte Person stirbt. Genau das macht sie sehr günstig. Wer zugleich sparen will, trennt Versicherung und Geldanlage besser voneinander.

Für wen sie sinnvoll ist

Die entscheidende Frage lautet: Hängen andere Menschen finanziell von meinem Einkommen ab? Wenn ja, ist eine Risiko-Lebensversicherung in den allermeisten Fällen sinnvoll. Das betrifft vor allem Familien mit Kindern, bei denen ein oder beide Einkommen gebraucht werden, um den Lebensstandard zu sichern.

Besonders wichtig ist sie auch für Paare oder Familien, die gemeinsam einen größeren Kredit aufgenommen haben, etwa für ein Eigenheim. Fällt hier ein Einkommen weg, kann der verbleibende Partner die Raten womöglich nicht mehr allein stemmen. Die Versicherungssumme kann dann den Restkredit ablösen und das Zuhause sichern. Wie solche Kredite und ihre Risiken funktionieren, zeigt der Beitrag über die Kreditversicherung.

Wer dagegen niemanden hat, der von seinem Einkommen abhängt, etwa Singles ohne Kinder und ohne große gemeinsame Verpflichtungen, braucht eine solche Versicherung meist nicht. Es geht eben nicht darum, den eigenen Tod zu versichern, sondern die Menschen abzusichern, die ohne das eigene Einkommen in Schwierigkeiten geraten würden. Ob sie zu den grundsätzlich wichtigen Versicherungen zählt, ordnen wir im Beitrag Welche Versicherungen sind sinnvoll ein.

Wie hoch die Summe sein sollte

Die Versicherungssumme sollte so bemessen sein, dass die Hinterbliebenen damit tatsächlich über die Runden kommen. Eine zu niedrige Summe verfehlt den Zweck, eine unnötig hohe verteuert den Beitrag. Es gilt also, einen realistischen Bedarf zu ermitteln.

Als grobe Faustregel wird oft das Drei- bis Fünffache des Jahresbruttoeinkommens genannt. Hinzu kommen offene Verbindlichkeiten, vor allem ein laufender Immobilienkredit, der idealerweise vollständig abgedeckt sein sollte. Wer Kinder hat, sollte zudem berücksichtigen, wie lange diese noch versorgt werden müssen, denn der Bedarf ist umso höher, je jünger die Kinder sind.

Am Ende ist die richtige Summe eine individuelle Rechnung: Wie viel Geld brauchen die Hinterbliebenen, um ihre laufenden Kosten zu decken, Schulden zu bedienen und die Zukunft, etwa die Ausbildung der Kinder, zu sichern? Lieber rechnet man hier etwas großzügiger, denn der Beitrag steigt mit der Summe nur moderat, während eine Unterversicherung im Ernstfall schwerwiegende Folgen hätte.

Was sie kostet

Die gute Nachricht zum Schluss: Eine Risiko-Lebensversicherung ist im Verhältnis zu ihrer Schutzwirkung sehr günstig. Gerade junge, gesunde Menschen können sich oft mit einem überschaubaren monatlichen Beitrag eine hohe Versicherungssumme sichern. Der Grund ist, dass die Wahrscheinlichkeit eines Todesfalls in jungen Jahren statistisch gering ist und kein teurer Sparanteil enthalten ist.

Die Beiträge unterscheiden sich allerdings von Anbieter zu Anbieter erheblich, auch bei gleichem Schutz. Ein Vergleich verschiedener Angebote lohnt sich deshalb fast immer. Wichtig ist, beim Vergleich auf gleiche Bedingungen zu achten, also gleiche Summe, gleiche Laufzeit und vergleichbare Vertragsdetails, damit man Äpfel mit Äpfeln vergleicht.

Beim Abschluss muss man Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten. Das ist wichtig, denn falsche Angaben können dazu führen, dass die Versicherung im Ernstfall nicht zahlt. Wer ehrlich ist und früh abschließt, sichert sich dauerhaft günstige Beiträge und vor allem die Gewissheit, dass die eigene Familie im schlimmsten Fall finanziell abgesichert ist. Diese Gewissheit ist es, die diese Versicherung für viele so wertvoll macht.

Häufige Fragen

Eine Risiko-Lebensversicherung zahlt eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen, wenn die versicherte Person während der Laufzeit stirbt. Sie dient allein der Absicherung im Todesfall und baut kein Guthaben auf, was sie sehr günstig macht.

Vor allem für Menschen, von deren Einkommen andere abhängen, etwa Familien mit Kindern oder Paare mit gemeinsamem Kredit. Sie sichert Angehörige finanziell ab, wenn das Einkommen wegfällt. Singles ohne Verpflichtungen brauchen sie meist nicht.

Als grobe Orientierung gilt das Drei- bis Fünffache des Jahresbruttoeinkommens, plus offene Kredite. Entscheidend ist, dass die Hinterbliebenen damit ihre laufenden Kosten und Verpflichtungen decken können. Lieber etwas großzügiger rechnen.

Die Risiko-Lebensversicherung sichert nur den Todesfall ab, ohne Sparanteil, und ist deshalb günstig. Die Kapitallebensversicherung verbindet Schutz und Sparen, ist aber teurer und meist keine gute Geldanlage. Oft ist es besser, Versicherung und Anlage zu trennen.